bildungsschritte

Schritt für Schritt – bitte nicht so schnell!

Kategorie-Archiv: LdL

Skypen mit Jean-Pol Martin

Da war ich doch aufgeregt!

Als sich Jean-Pol über Twitter meldete, nachdem er meinen Enhanced-Podcast zu LdL gesehen hatte. Ich habe es eben auch nicht anders gelernt und/oder erlebt und machte mir also Gedanken:

  • habe ich das Thema ‚ordentlich‘ bearbeitet?
  • habe ich etwas vergessen? Oder zu viel gesagt?
  • habe ich ordentlich recherchiert?
  • wird ‚ER‘ zufrieden mit meiner Arbeit sein?

Und dann erfahre ich eine Kritik, die ich als Lob interpretiere 🙂 Der Podcast ist sehr wissenschaftlich und die praktische Anwendung wird nicht so deutlich. Ja, genau so sollte dieser Podcast werden. Ich reflektiere hier allerdings auch, dass ich noch während der ersten Betrachtung meines Produktes an ein, zwei Stellen unzufrieden war. Ich hatte einfach eine Folie nicht komplett erklärt. An einer anderen Stelle wurde mir während der Aufnahme klar, dass ich mich mit der Kontrollkompetenz noch einmal auseinandersetzen wollte.

Gleich anschließend eröffnet mir Jean-Pol eine interessante Idee: Wie wäre es, wenn nun meine Tochter genau dieses Thema (die Methode LdL) einer ihrer Kommilitonen erklären würde. Im nächsten Schritt würde also die Methode in die Praxis übernommen werden. Ich würde als Expertin im Hintergrund als Lerncoach und Souffleur agieren. Diese Idee ist wirklich spannend und wird von mir verfolgt.

Mit dieser Entwicklung bin ich absolut zufrieden. Das hatte ich bei der Themenwahl nicht vermutet! Die entstandenen Kontakte sind wie ein Geschenk.

Forschungsprojekt mit Referendaren in den USA

Promoting pre-service teachers’ instructional multimedia design skills and motivation using a multi-level LdL approach

Park, Lim und Gentry (2009) beschreiben in ihrem Artikel die rasche technische Entwicklung, wobei die Schüler und Schülerinnen (SuS) oft auf dem neuesten Stand sind, während LehrerInnen sich laufend Fortbilden müssten um der Entwicklung zu folgen. Von Referendaren (pre-service teachers) wird mehr denn je erwartet, dass sie die Kompetenz mitbringen, neue Technologien ins Unterrichtsgeschehen einzubinden.

Die Autoren benennen folgende Vor- und Nachteile von LdL

Positive Auswirkungen: LdL

  • verursacht die Notwendigkeit der Kommunikation der Schüler und Schülerinnen (SuS)
  • schafft eine authentische Lernumgebung
  • involviert jeden im Klassenzimmer
  • unterstützt gleiche Partizipation sowohl schwacher als auch starker SuS
  • fördert Geläufigkeit und Selbsteinschätzung
  • kann im ‚realen Leben‘ umgesetzt werden
  • ermöglicht SuS Verantwortung gemeinsam zu tragen und zu Kooperieren
  • fördert das Experimentieren und die Kreativität

Als negativ wird dagegen gehalten:

  • LdL kann nicht in unteren Klassenstufen eingesetzt werden, wegen der fehlenden Fähigkeit, unabhängig zu arbeiten.
  • LdL kann nicht in unteren Klassenstufen eingesetzt werden, wegen fehlender Selbsteinschätzung
  • LdL könnte nur eine Kopie des Lehrerverhaltens sein
  • LdL könnte fehlschlagen, wenn SuS nicht genügend Hintergrundinformationen haben.

Weil die Referendare  sich selbst zunächst Wissen aneignen müssen, bevor sie lehren, wurde ein “multimedia design skills training“ angeboten.

In einem Projekt wurde LdL mit 16 Referendaren wie folgt durchgeführt:

In der ersten Phase wurde LdL unter Referendaren eingesetzt, also eine Lehr- Lernsituation unter Referendaren.

In einer weiteren Phase unterrichteten die Referendare Schüler im SEK I/II – Bereich.

In der dritten Phase unterrichteten sich die SuS untereinander.

Das Feedback aller Beteiligten untereinander spielte während dessen eine große Rolle.

Anschließend wurde die Einstellung der Referendare zum ‚multimedia design training‘ durch Keller’s ‚Instructional Material Motivational Survey‘ (IMMS)  gemessen.

Das ARCS Model  (Attention, Relevance, Confidence, Satisfaction) misst die vier Komponenten Aufmerksamkeit, Relevanz, Erfolgszuversicht und Zufriedenheit

Das Resultat war durchweg positiv. Während das gesamte Motivationsniveau mittel bis hoch war, wurde in den anschließenden Interviews, die Methode als zeitintensiv geschildert, die aber neue Erfahrungen ermöglicht, als transparentes Werkzeug und die Erfahrung geschildert, in der Lehrsituation mehr gelernt zu haben als in der Trainingssituation.

Ähnliche Erfahrungen werden auch von den Autoren des Buches ‚Lernen durch Lehren im Fokus‘ berichtet.

Joachim Grzega (2011) berichtet in diesem Buch von Erfahrungen im Englischunterricht im ersten Lehrjahr, wobei die oben genannten Aspekte, die gegen LdL sprechen könnten, nicht beschrieben werden.

Es bleibt allerdings anzumerken, dass LdL eine Methode ist, die vorbereitet und eingeführt werden muss.

——–

Literatur

Park, S., Lim, J. & Gentry, V. (2009). Lernen durch Lehren (LdL): Promoting pre-service teachers’ instructional multimedia design skills and motivation using multi-level LdL approaches. In I. Gibson et al. (Eds.), Proceedings of Society for Information Technology & Teacher Education International Conference 2009 (pp. 1058-1064). Chesapeake, VA: AACE.
Retrieved from http://www.editlib.org/p/30745.

Keller, J. M. (1987). Strategies for stimulating the motivation to learn. Performance & Instruction, 26(8), 1-7.

Lutz Berger, Joachim Grzega, Christian Spannagel (Hg.): Lernen durch Lehren im Fokus. Berichte von LdL-Einsteigern und LdL-Experten. epubli, Berlin 2011

LdL – es geht voran!

Hier mein Enhanced-Podcast zum Thema Lernen durch Lehren.

Ich hoffe, es bereitet Euch genauso viel Spaß es anzusehen, wie ich bei der Erstellung mit meiner Tochter hatte. Bleibt mir nur noch, darauf hinzuweisen, dass die erste Folie vielleicht etwas langatmig ist. Ich habe es so belassen, weil mir der Einstieg ins Thema wichtig war. Viel Spaß dabei!
Hier könnt ihr den Enhanced Podcast herunterladen.

Im nächsten Beitrag werde ich mich mit einem Artikel aus der editlib.org von  Sanghoon Park, Ph.D. , Jung Lim, Ph.D., Vicki Gentry, Ph.D. auseinandersetzen – denn sie gehen der Frage nach, wie Lernen durch Lehren in die Ausbildung integriert werden kann und schlagen eine Annäherung über ein  ‚multi-level LdL‘  Modell vor.

LdL

Im MA Bildung und Medien lautet die Aufgabe, einen Blog zu einem bildungswissenschaftlichen Thema zu gestalten.
Meine Überlegung (die inzwischen fast überholt ist) war,
dass durch die Methode ‚Lernen durch Lehren‘, die Lehrer,
die neue Medien (noch) nicht einsetzen, einen Weg finden könnten
die Furcht zu verlieren. Quasi indem sie die Methode selbst an sich
anwenden.

Es sind viele Aspekte und Fragen aufgetaucht, z.B.:
LDL:
* wie sieht das theoretisch aus?
* und praktisch?
* braucht es einen Experten?

ALLGEMEIN:
* Die Ausstattung an Schulen spielt eine Rolle!
* Wie sieht die Lehrerausbildung aus?
* Welche Lehrer nutzen neue Medien, welche nicht (Altersabhängig?)

Schließlich werde ich im MA Bildung und Medien über das Thema LdL schreiben und wie neue Medien
eingebunden werden können. Ob dadurch Hürden überwunden werden können
lasse ich dahingestellt.

Was meint ihr dazu?

Hörsaalspiele

Gesucht und gefunden

gesinesgedankengut

Reis, Bohnen und Kartoffeln

::: digitalareal :::

:: E.ducation + Learning Medienbildung Technologie ::

LernenHeute.blog

Lernen und Unterrichten in der Berufsschule

Forschungswege

Vom Suchen und Finden